Ausbildung des Pferdes

 

 

 


 

Mir ist eine solide Grundausbildung sehr wichtig. Die Pferde sollen so geritten werden dass sie weder gesundheitliche noch geistige Probleme bekommen.

 

Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit ist das Vertrauen und der Respekt zwischen Pferd und Ausbilder.

 

Anreiten eines Jungpferdes:

 

Anfangs werden die Pferde im Freilauf, dem sogenannten „Join up“ gearbeitet. Dies ist sehr gut um das Pferd einerseits an die neue Umgebung zu gewöhnen, andererseits um sich mit dem neuen Menschen vertraut zu machen und die Rangordnung klar zu stellen. Auch Bodenarbeit am Halfter gehört zu den ersten Dingen die das Pferd lernen muss.

 

Danach beginnt die Arbeit mit Halfter an der Longe. Ich arbeite die Pferde anfangs im Round Pen und auch in der Halle. Sie sollen lernen dem Druck der Longe nachzugeben und sich selber auszubalancieren und nicht nur im Round Pen an der Wand entlang zu laufen. 

Als nächstes kommen Sattel und Trense. Auch hiermit werden die Pferde longiert damit sie sich daran gewöhnen. Manche akzeptieren dies sofort. Andere versuchen es los zu werden oder bekommen große Angst.

Wenn sie dies nun alles akzeptieren lernen sie vom Boden aus dem Zügel nachzugeben, damit sie dieses schon kennen wenn später der Reiter auf ihnen sitzt.

 

Daraufhin folgt dann das Aufsitzen. Zuerst wird sich nur über das Pferd gelegt. Dabei habe ich immer eine Person am Boden die das Pferd hält und ihm zudem noch vertrauen gibt.  Dann sitzt man sich richtig in den Sattel.

Die ersten „Gehversuche“ mit Reiter finden dann als Führen statt. Für manche Pferde ist es anfangs schwer sich auszubalancieren mit dem ungewohnten Gewicht auf dem Rücken.

Danach geht es an der Longe weiter, bis man sich schlussendlich frei und allein in der Halle bewegen kann.

 

Nun kommt die Zeit an dem die drei Grundgangarten gefestigt werden. Hierbei kann ich, dem Pferd entsprechend, langsamer oder flotter arbeiten. Manche Pferde arbeiten super mit, andere nicht, wieder andere würden gerne aber können es körperlich noch nicht verarbeiten.

In dieser Phase fange ich auch an mit Rückwärts, Seitwärts, Vorhand- und Rückhandwendungen. Dies natürlich noch nicht in Perfektion, aber zumindest mal in den Ansätzen.

Ebenfalls versuche ich mit den Pferden nun ins Gelände zu gehen. Erstens zur mentalen Abwechslung, um sie an andere Eindrücke zu gewöhnen und natürlich um sie auch als sicheres Freizeitpferd verwenden zu können.

 

Nun sind normalerweise drei Monate vergangen. In schwierigen Fällen, z. B. sehr ängstlichen Pferden kann es auch mal etwas länger dauern.

Aber jetzt kann das Berittpferd seine Sachen so sicher und zuverlässig dass es der Besitzer gut nachreiten kann.

 

Nach der Grundausbildung:

 

Wer sein Pferd weiter ausgebildet haben will, dem steht folgendes Programm bevor:

 

Wenn die Basis in den Grundzügen sitzt wird zuerst mehr Wert auf die Details gelegt. Mir ist es sehr wichtig dass die Pferde über den Rücken laufen, Last auf der Hinterhand aufnehmen, und willig und leicht an der Hand und in der Schulter sind. Wenn das Pferd diese Grundvoraussetzung in allen Grundgangarten und den Übergängen besitzt kann ich anfangen gewisse Manöver zu trainieren.

Wer mit seinem Pferd Manöver reitet, das Pferd aber noch nicht richtig an den Hilfen steht, dann wird man früher oder später immer wieder zu einem Punkt kommen an dem es einfach nicht mehr weiter geht.

Aber es ist denke ich verständlich dass z. B. ein Pferd nicht richtig stoppen will, wenn es von Haus aus den Rücken so weg gedrückt hat, dass es sich bei jedem Stopp selber Schmerzen zufügt.

 

Weiterhin lernen die Pferde nun Tempounterschiede innerhalb der Gangarten (Speed Control), lernen die Seitengänge wie Vorwärts-Seitwärts und Travers in allen Gangarten (Übungen zur Stärkung der Hinterhand, Willigkeit am Schenkel nachzugeben, Vorbereitung für den fliegenden Wechsel).

Und dann wird spezifisch weiter gearbeitet. Je nach Veranlagung, Talent und den Wünschen des Besitzers geht man dann bei den Trainingsschwerpunkten in die einzelnen Disziplinen ein. Trailhindernisse, extreme Versammlung für Pleasure, temporeiche Stopps, Spins, Rollbacks für Reining, usw.